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Ausbildung


Die Anfänge

Heute ist es selbstverständlich, dass jeder junge Mensch, der willig ist, ein Instrument lernen kann und dies erst noch bei ausgebildeten Lehrkräften. Trotzdem bereitet es immer noch und immer wieder Mühe, junge Leute für das Musizieren im Dorfverein zu begeistern. Die Ursprünge der Ausbildung von Musikanten in der MG Tafers sind bereits bei ihrer Gründung zu finden, denn sie entstand aus Mitgliedern des neugegründeten Jünglingsvereins, "die jeden Mittwoch von abends 7 1/2 Uhr an, im Schulhaus den nötigen Vorunterricht für Gesang und Musik" erhielten, durchgeführt vom damaligen Organisten Riedo. Doch dann schweigt das Protokoll über Jahre hinweg zum Thema Ausbildung oder Jungbläser.

Erst 1924 wurde versucht Jungbläser zu rekrutieren, indem am Sonntag nach dem Amt eine diesbezügliche Verkündigung verlesen wurde. In den folgenden drei Jahren wird dann verschiedentlich von Jungtambouren geschrieben, die, offenbar wenig erfolgreich, bei umliegenden Vereinen zur Ausbildung geschickt wurden. 1930 wird erstmals erwähnt, dass zwei Jünglinge in Frage kämen als junge Musikanten und zwar Blanchard Josef des Jos. und Noth Alfons des Alois. Zwei Jahre später sind es dann bereits sieben nicht namentlich Erwähnte, die nach einem einjährigen wohl nur den Winter hindurch stattgefundenen Kurs in die Gesellschaft eintreten würden.

Es steht geschrieben:
"Ferner wird beschlossen diesen Winter wieder junge Musikanten anzulernen. Es wird unter den jungen Leuten eine Auslese gemacht u., die eventl. Tauglichkeit notiert. Es sind dies; Aeby peter Maggenberg, Blanchard Moritz Tafers, Grossrieder Peter Tafers, Jutzet Leo Menziswil; Sturny August Galtern, Dietrich Arthur Tafers; Muggli Gottfried, Tafers, Clement Ed. Langebitze, Crottet Albin Baeriswyl, Baumann Max tafers; Aeby? Wyler; Der Schreiber wird Offerte verlangen für Leihinstrumente."

Vorstand 16.09. 1935


Die weiteren Jahre

Der für Jungmusikanten in unregelmässigen Abständen angebotene Kurs begann jeweils im Herbst und nach einem Jahr traten die noch Verbliebenen - auch damals gaben nicht wenige auf der Strecke schon auf - in den Verein über. Gerade während der schwierigen Zeit des Krieges sah man sich veranlasst, einen Bläserkurs durchzuführen, damit die entstandenen Löcher der Dienstleistenden gestopft werden konnten und so traten im Herbst 1941 sieben Jungmusikanten ein.
Als 1947 Michel Ayer sein Amt antrat, mass er der Ausbildung des Nachwuchses solche Bedeutung zu, dass er sich gleich selber ans Werke machte und für 15 Jungen den Unterricht erteilte. Doch der erste Anfangserfolg konnte nicht weitergezogen werden und wieder kamen Jahre in welchen kein neuer Musikant in den Reihen zu finden war. Erst 1953 erfolgte der Beitritt von sieben, 1955 von vier und 1956 von sechs Jungmusikanten in den Verein.


Die 60er Jahre

Trotz einigen Eintritten waren wieder Kurse für Jungbläser von Nöten, um Löcher zu stopfen Doch kehrte eine gewisse Regelmässigkeit der Eintritte ein, so dass sich der Bestand des Vereins kontinuierlich vergrösserte. Dies ergab anfangs der 70er Jahre unter anderem die Möglichkeit einen Satz Klarinetten und Saxophone zu bilden, wie sich dies der Dirigent wünschte. Dazu wurde für einen Jungbläserkurs geworben, in welchem Fridolin Schwaller Klarinetten und Saxophone und Othmar Aeby Blechinstrumente unterrichten sollte. Allerdings rang man sich nicht dazu durch, auch Mädchen in diesen Kurs aufzunehmen!


Damen im Verein

Mit dem Eintritt von Frl. Antoinette Waeber an der GV 1977 war die erste Dame in den Reihen der Musikgesellschaft zu finden. Doch auch bei den Jungmusikanten traten die ersten Mädchen schon 1976 in Erscheinung. In Sachen Ausbildung war gleichzeitig ein sehr wichtiger Schritt getan worden. Man sah vor, dass den Jungmusikantinnen und Jungmusikanten "die Ausbildung am Konservatorium unbedingt empfohlen, wenn nicht gar zur Bedingung gemacht werde". Mit dem Eintritt von Schwaller Regula und Blanchard Madleine erreichte der Vereinsbestand an der GV 1978 erstmals die Zahl 50.
Ein neuer Besen kehrt bekanntlich gut und so kam mit dem Dirigentenwechsel 1980 ein neuer Wind in die Ausbildung der Jungen.


Wie die heutige Situation entstand

Dank Anstrengungen und Beziehungen gelang es Marcel Aeby, die Lehrer des Konservatoriums nach Tafers zu bringen, so dass es den Schülern einiges leichter fiel, dem Unterricht zu folgen. Er verfasste eine Schulordnung für die Musikschule und bereits nach einem Jahr waren 12 Schüler am "Konsi" eingeschrieben. Neben dieser Grundausbildung im Einzelunterricht wurde auch das Gruppenspiel gefördert, um den Auftritt des Nachwuchses an den Jahreskonzerten regelmässig stattfinden zu lassen. Dazu wurde vorwiegend der Vizedirigent engagiert, der so erste Erfahrungen mit Proben sammeln konnte. Zudem kann eine ausgebildete Person mehr bieten, als ein Dilettant mit gutem Willen.

Immer wurde und wird versucht, Leute für den Verein zu gewinnen, die nach Tafers umgezogen sind oder Musikanten, die aus irgendwelchen Gründen das Instrument an den berühmten Nagel gehängt hatten.

Ausbildung und Jungmusik heute

 
 
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