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Die Vereinsgründung
Als wichtige Etappen der Gründungsphase sind die Fahnenweihe des Jünglingsvereins von 1901 und die Beschaffung der Instrumente zu nennen. Die Verselbständigung der Musikgesellschaft wurde betrieben und 1905 erfolgreich abgeschlossen. Im siebten Jahr des Bestehens wurde die Frage der Uniform angepackt und aus dem Protokoll geht hervor, dass man sich auch im Elsass nach einheitlicher Kleidung umgesehen hatte, was auf den noch vorhandenen Einfluss des Pfarrers Mazzoni hinweist. So konnte am 31. Mai 1905 in Uniform das Bezirksmusikfest in Düdingen besucht werden. 1911 erfolgte der erste Besuch des kantonalen Musikfestes in Murten und der Verein gab sich erste Statuten.
Doch das Jahr 1913, protokolliert als "der schwarze Fleck von 1913" brachte
eine grosse Krise, deren Auslöser Pfarrer Mazzoni selber war. Pfarrei
und Gemeinde spalteten sich wie die Musik in Gegner und Anhänger
des Pfarrers. Beim Höhepunkt der Krise wurde gefordert, dass die
bestehende Gesellschaft aufgelöst werde, um darauf sofort eine neue
zu gründen, welcher unter keinen Umständen der Dirigent
Riedo vorstehen dürfe. Nach dem Weggang des Pfarrers kehrte längere
Zeit keine Ruhe ein, weil er erst Anspruch auf die Instrumente machte
und später die Eigentumsverhältnisse des Vereinshauses in Frage
stellte. Wegen dieser Krise wurde nicht am kantonalen Musikfest 1914 in
Estavayer teilgenommen.
Die Wahl des neuen Dirigenten von 1919 und die erfolgreiche Teilnahme am kantonalen Musikfest von Düdingen 1921 festigten den Zusammenhalt. Als krönender Abschluss der überwundenen Krise wurde am 10. Juli eine neue Fahne geweiht, die erste, die nur der Musikgesellschaft diente. Um die Finanzen des Vereins einigermassen im Lot zu halten wurden pro Monat und Mitglied 50 Rappen eingezogen. Josef Mazzoni, Pfarrer 14.04.1870 Brunstatt (Elsass) - 14.07.1947 Dannemarie (Elsass) Er wurde geboren als Sohn einer elsässischen Mutter und eines aus Buseno (GR) stammenden schweizerischen Vaters. Nach dem Besuch des kleinen Seminars in Zillisheim wurde ihm nach dem Studium in Frankreich der Eintritt in das Priesterseminar Strassburg verwehrt, weil dieses inzwischen - als Folge des deutsch-französischen Krieges 1870/71 - deutsch geworden war. So begab er sich in die Schweiz und wurde nach der Priesterweihe vorerst Vikar in Neuenburg und trat am 10. März 1899 als Nachfolger des Pfarrers Adolphe Badoud die Stelle in Tafers an. Doch der strebsame junge Geistliche hatte nicht nur Freunde, bereits 1901 schrieb der Kaplan Bächler an seinen Bischof: "Depuis que M. le curČ ne me demande plus de service et depuis qu'il ne deserre plus les dents je remplis les fonctions de chapelain et lui celles de curČ." Schliesslich kam es wegen einer Geldsache zu Auseinandersetzungen mit dem Pfarreirat, wozu noch Beschwerden des Kapitels von St. Nikolaus kamen. Wären diese weltlichen Angelegenheiten vielleicht noch zu regeln gewesen, führten seine Verfehlungen gegen das Gebot der Enthaltsamkeit zur Entlassung auf den Jahreswechsel 1912/13. Eine mit 607 Unterschriften versehene Petition wurde vom Bischof abgelehnt, da "weder finanzielle noch politische Gründe für die Absetzung massgeblich" gewesen seien. Wie dargestellt, blieb auch die Musikgesellschaft davon nicht unberührt. Das weitere Leben Mazzonis glich dem eines Vagabunden. Er kehrte ins Elsass zurück, war 1914-17 Hilfsvikar in Sierentz, dann vier Jahre Pfarrer in Wangenburg und ab 1920 Pfarrer in Mansbach, wo er nach sechs Wochen der "Beihilfe zum Mordversuch" verdächtigt wurde, was entsprechenden Wirbel verursachte. Er wurde schliesslich freigesprochen, jedoch des Landes verwiesen. Mazzoni kehrte in die Schweiz zurück, vagabundierte herum, hielt sich in Luzern und Einsiedeln auf und fragte vergeblich um eine Anstellung im Bistum Chur. Als ihn Frankreich am 17. Juli 1934 rehabilitierte, kehrte er ins Elsass zurück und wohnte in Dannemarie bei seiner Schwester Emilie, wo er schliesslich verarmt und schwer krank starb.
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© MG Tafers