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Instrumente
und Noten
Um als Musikverein überhaupt bestehen zu können, braucht es
Instrumente und Noten. Da diese früher und auch heute viel kosten,
soll der finanzielle Aspekt besonders betrachtet werden. Um sich eine
bessere Vorstellung machen zu können, stehen Preise und Löhne
verschiedener Jahre dabei. Dies vermittelt uns ein Bild, welcher Aufwand
da getrieben wurde und getrieben werden muss. Es kann auch aufzeigen,
dass ein Musikverein der finanziellen Unterstützung bedarf, um mit
guten Instrumenten und neuen Stücken antreten zu können.
Instrumente
Obwohl viele Instrumente angeschafft worden sind, teilweise durch die
Musikanten selber, so sparte man trotzdem, wo man konnte und dies führte
zu einer Notiz im Protokoll, die lautete: "es soll eine Pauke angeschafft
werden, da die benutzte dem Bat 17 gehöre und demnächst zurückzugeben
sei" (1947).
Nun einige Preisbeispiele:
1906 Fr. 30.- ein Bariton (ev gebraucht)
1908 Fr. 60.40 neuer Bügel (= Flügelhorn)
1913 Fr. 1701.90 sechs Instrumente
1919 Fr. 100.- ein B-Bass gebraucht
1948 Fr. 3000.- für 3 Bügel, 2 Trompeten, 1 Bariton 1 Tenorhorn,
1 Trommel.
Man versuchte mit Miete und Kauf gebrauchter Instrumente grosse Ausgaben
zu verhindern, musste aber bald feststellen, dass die Miete zu teuer war
und gebrauchte Instrumente viele Reparaturen verursachten, was zu alljährlichen
Mahnungen führte. Als Lieferanten waren in den hundert Jahren die
verschiedensten Namen zu lesen: Stark in Bern, Foetisch Frères
in Lausanne, Hug in Bern, Pontarlier, OrphÈe in Tramelan, Burri Bern,
Zurkinden Düdingen.
Besonders seltsam mutet der Protokolleintrag vom 16. Oktober 1943 an:
Es steht geschrieben:
"Alte nicht mehr brauchbare Instrumente sollten als Altmaterial verwendet
werden, denn für jede Neuanschaffung muss Altmaterial abgegeben werden."
Vergleicht man obige Zahlen mit Preisen von heute, wird man leicht versetzt:
Fr. 6500.- für ein Tenorhorn
Fr. 2500.- für Trompete/Flügelhorn
Fr. 10'000.- für einen B-Bass.
Vor hundert Jahren wurde auch der Musikverein Tafers als "Blechmusik"
gegründet, später wurden dann Saxophone eingegliedert und schliesslich
der Holzsatz mit Klarinetten und Flöten komplettiert. Dies verbesserte
den Klangkörper, aber brachte entsprechende neue Instrumente in den
Verein, die Reparaturen verursachten.
Musikalien
Die Preise des Notenmaterials, das nun gedruckt vorliegt, sind auch gestiegen,
wenigstens erhalten die Komponisten etwas für ihre Arbeit und ihre
Urheberrechte sind geschützt.
Wenn heute durch Knopfdruck auf den Kopierer die Zahl der Einzelstimmen
vergrössert wird, hiess dies zur Zeit unserer Väter und Grossväter:
Notenpapier kaufen, hinsetzen und abschreiben. Deshalb findet man in den
Kassabücher Einträge: Musikhefte Fr. 15.60 (1919) oder Notenpapier
Fr. 23.85 (1917).
Wurde in den ersten zwei Jahrzehnten der Gesamtbetrag von Fr. 100.- für
Musikalien nie überschritten, so darf für die heutigen Ausgaben
eine Null angefügt werden.
1908 Conzert Mazurka Fr. 5.75
1916 Marsch Fr. 3.15; Ouverture Fr. 5.15
1917 Klänge aus dem Bernerland Fr. 7.15
1920 3 Märsche Fr. 14.70
Ein Marsch für eine Harmoniebesetzung kostet heute rund Fr. 100.-
für eine Ouverture oder sonst ein längeres Stück das Zwei-
bis Dreifache.
Preise und Löhne im Alltag in Franken
| Jahr |
1914 |
1943 |
1970 |
1987 |
| Milch 1 kg |
0.16 |
0.27 |
0.56 |
0.97 |
| Butter 1 kg |
3.2 |
6.7 |
10.7 |
15.0 |
| Rohkaffe 1 kg |
1.1 |
2.7 |
6.4 |
4.5 |
| Zucker 1 kg |
0.39 |
1.01 |
0.79 |
0.97 |
| Kartoffeln 1 kg |
0.08 |
0.20 |
0.22 |
0.45 |
| Benzin 100 kg |
36.7 |
132.1 |
69.2 |
105.4 |
| Maurer |
0.67 |
2.16 |
7.60 |
13.20 |
| Handlanger |
0.51 |
1.82 |
5.90 |
10.80 |
| Frau Textilbranche |
0.30 |
0.9 |
4.20 |
11.54 |
Diverses
Eine Anzeige für ein Konzert kostete 1909 in den Freiburger Nachrichten
Fr. 8.60 und die Herstellung der Programme Fr. 7.35; heute fällt
das Komma weg.
Notenständer kosteten 1907 Fr 2.- das Stück, heute fast das
zwanzigfache. Kostetete 1911 eine Festkarte für das kantonale Musikfest
in Murten Fr. 4.-, so wird heute das Zehnfache bezahlt.
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