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Konzerte
und Auftritte
Definitorisches
Ein Zweck der Musikgesellschaft besteht darin, an Konzerten ihr Können
einem interessierten Publikum darzubringen. Mit dem Wort Konzert,
das eigentlich "Wettstreit der Stimme" heisst, bezeichnet man landläufig
einen Auftritt von längerer Dauer, bei welchem sich die hoffentlich
zahlreichen - Zuhörer in sitzender Position der Klänge erfreuen
können. Die Konzerte werden auch als Dankeserweis betrachtet gegenüber
den Spendern und Gönnern und finden daher vielfach regelmässig
an einem bestimmten Datum statt. Zu speziellen Anlässen oder Zeiten
wurden und werden auch Spezialkonzerte gegeben.
Als Auftritte verbleiben in diesem Zusammenhang andere grössere Engagements
vor viel Publikum, die nicht einer Regelmässigkeit unterliegen wie
die übrigen kirchlichen und weltlichen Auftritte. In diesen Bereich
gehören vor allem Umzüge und Ständchen zu besonderen Anlässen.
Das Jahreskonzert
Ein erstes Konzert fand um die Jahreswende 1900/1901 zusammen mit dem
Cäcilienverein statt, wobei dem herrschenden Trend entsprechend auch
ein Theater aufgeführt wurde. Der Erfolg schien sich in Grenzen gehalten
zu haben, denn "die Einnahmen waren so gut organisiert, dass ein Defizit
von ca. 150 frs erreicht wurde" (Protokoll 10. 11. 1901). Trotz einiger
Differenzen zwischen den Vereinen wurde diese Art von Anlass auch Ende
1907 - das Programm ist noch vorhanden - im Vereinshaus wiederholt.
Eine gewisse Regelmässigkeit von Konzerten kann in den 30er Jahren
festgestellt werden, wobei die Daten anfangs zwischen Neujahr und Ostern
varieren, dann jedoch bald um die Osterzeit fixiert werden. Als Aufführungslokal
diente lange Zeit das Vereinshaus, bis in den 70er Jahren die Aula der
neuen Sekundarschule benutzt werden konnte. Schliesslich wechselte man
in die grössere Mehrzweckhalle, wo sich Gelegenheit bot, nach dem
Konzert bei gemütlichem Beisammensein zu verweilen oder das Tanzbein
zu schwingen. Nicht zu verschweigen die Möglichkeit, damit auch noch
etwas Geld in die Kasse zu bringen!
Jahresfeier - Familienabend
Meistens am Fasnachtsdienstag wurden im Vereinshaus oder in einer der
Gaststätten Tafers die Jahresfeiern oder Familienabe durchgeführt.
Ein erstes Programm ist von 1928 erhalten und die letzten Anlässe
dieser fanden Ende der 60er Jahre statt. Das musikalische Programm war
oft gefolgt von einem kleinen Theaterstück. Wichtige Bestandteile
waren der Jahresbericht und Ehrung verdienter Musikanten. Als Dank an
Gönner- und Passivmitglieder wurde ein kleiner Imbiss serviert.
Spezielle Konzert und Auftritte
Das Spektrum der Anlässe ist variantenreich und verteilt sich auf
die ganze Vereinsgeschichte. Erstaunen mag der Umstand, dass bis heute
nur zwei Konzerte in der Kirche fassbar sind. Dies hängt wahrscheinlich
damit zusammen, dass der Verein vielfach an kirchlichen Feiern mitwirkt.
In den 80er Jahren fanden jeweils im Sommer Serenaden vor dem Heimatmuseum
statt, die offenbar ansehnliche Zuhörerzahlen erreichten. Mehrfach
war die Musikgesellschaft engagiert, an einem Festessen aufzutreten, so
beim Kant. Cäcilienfest 1992, beim westschweizerischen Jodlerfest
1976 oder beim Kant. Schützenfest 1937. Einmalig wird der Auftritt
vom 25. Juli 194S bleiben: Auf dem Flugplatz Obermoos fand ein Flugtag
statt, durchgeführt von der Musikgesellschaft, dem Arbeiterverein,
dem Motorflugklub Sense und der Aero-Union Grenchen!
Mehrfach nahm die MGT auch an grossen Veranstaltungen und Umzügen
teil, die den Teilnehmern lange in guter Erinnerung blieben. In chronologischer
Abfolge wären, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zu nennen:
1910 Schweizer Katholikentag in Zug
1954 Schweizer Katholikentag in Freiburg
1957 800 Jahre Stadt Freiburg
1964 Expo Lausanne, Freiburgertag
1975 Blumencorso in Locarno
1976 Zähringertag in Murten
1978 Winzerfest in Lugano
1981 500 Jahre Freiburg beim Bund
1983 Fete de la vigne Dijon
1987 Trachtentag in Nant-Vully
1990 Kantonales Trachtenfest Bulle
1991 Arena helvetica Stans
1995 Marche Concours Saignelegier
1996 Rom
1998 150 Jahre Sensebezirk
Kleinere Gelegenheitsauftritte
Jede Musikgesellschaft kennt diese Art kleinen, kurzfristigen Auftritten.
Man stellt sich hin und spielt einige Märsche, Walzer Polkas - vermehrt
auch moderne Unterhaltungsmusik - um die Zuhörer, die sich an ein
Aperitif gütlich tun, zu unterhalten. Die folgende Auswahl soll die
Vielfalt der möglichen Auftritte illustrieren: Springkonkurrenz,
Wald- Gartenfest, Fahnenweihe, militärische Fahnenübernahmen
resp. -abgaben und Brevetierungen, Turnfeste oder gar für eine Gesamtübung
am Jungturnerfest, Primizfeiern, Barbarafeiern, nach der Wahl eines Oberamtmannes
oder Staatsrates, Einweihungen, Empfang von bekränzten Dorfvereinen,
im Zirkus usw.
Es steht geschrieben:
"Sein Bericht schliesst mit der Hoffnung, jeder Musikant möge
auch in Zukunft sein bestes hergeben um die Gesellschaft immer näher
ihrem Ziele zuzuführen, wirkliche Musik zu produzieren."
GV 13. Mai 1938
Auftritte
Die Musikgesellschaft verdankt ihre Gründung bekanntlich einem Pfarrer
und sie galt anfänglich auch als Pfarreimusik oder mindestens als
Pfarrverein. Die Gewichtsverlagerung ins Weltliche lässt sich auch
daran ablesen, dass die Beiträge der Gemeinde heute höher liegen
als jene der Pfarrei. Trotzdem sind noch einige kirchliche Anlässe
im Jahresprogramm zu finden, wenn es auch wesentlich weniger sind als
früher.
Rückblick
Als Pfarrverein war die Musikgesellschaft verpflichtet, an den monatlichen
Umgängen oder Monatsprozessionen teilzunehmen. An den kirchlichen
Hochfesten wie Ostern, Pfingsten und Weihnachten wurde das Programm erweitert.
Ein Relikt aus dieser Zeit ist vielleicht noch der Auftritt an Ostern,
während die übrigen Prozessionen und Umgänge bis auf den
Herrgottstag weggefallen sind. Ein heute viel beachteter Auftritt ist
der Einzug mit den Erstkommunikanten und das Ständchen nach der Messe.
Doch gerade dieser Anlass ist schlecht dokumentiert und wir wissen nicht,
wann diese Tradition begonnen hat.
Der Herrgottstag
Auch hier sind die Anfänge nicht schriftlich fixiert worden, aber
dieser Tag wird wohl von Anfang zu den grossen Tagen der Musik gezählt
haben. Erste, allerdings unrühmliche Nennung ist das Fronleichnamsfest
von 1913, wo der eben weggezogenen Pfarrer Mazzoni, just am Vortag die
Instrumente einziehen wollte, mit der Begründung, sie gehörten
ihm! Weitere Erwähnungen betreffen die Abänderung der Route
der Tagwache, die vorwiegend den Wohnhäusern der Ehrenmitgliedern
folgte und noch heute teilweise folgt. Der lange Tag begann und beginnt
noch heute um 5 Uhr morgens. Der "Spatz" in einer der Wirtschaften taucht
erstmals 1975 auf, wo im Protokoll steht, dass Louis Rossier vom St. Martin
für die Zubereitung des von Metzger Jungo erhaltenen Fleisches zuständig
sei. Nach dieser Stärkung findet die Messe statt. War es früher
ein feierliches Hochamt in der Kirche, so wurde es in den letzten Jahren
ein Feldgottesdienst im Garten des Altersheimes.
Dann machte sich die Prozession in folgender Reihenfolge auf den Weg:
Pfarreikreuz
Schulkinder
Blauring und Jungwacht
Jugendgruppe
Musikgesellschaft
Pensionat Sainte-Louise
Vinzenzschestern
Marianischer Kreuzgang
Trachtengruppe
Gemischter Chor
Ministranten
Allerheiligste
Behörden
Fahnendelegationen
Pfarreivolk
Diese Reihenfolge muss mehr als 15 Jahre alt sein, denn das erwähnte
Pensionat Sainte Louise wurde 1983 geschlossen! Der Weg der Prozession ist
noch der gleiche: via Primarschulhaus zur Kirche zurück. Während
das Volk betet, intoniert die Musikgesellschaft Prozessionsmärsche.
Nach dem Segen gehört das Ständchen der Musik dazu. Die durstigen
Kehlen konnten sich nun an einem von der Pfarrei offerierten Aperitif erfrischen.
Mit diesem Umtrunk ist der Herrgottstag heute zu Ende.
Da früher kirchliche Hochfeste mit Andachten oder Vespern am Nachmittag
ihre Fortsetzung fanden, musste auch die Musik nochmals antreten. Zum Herrgottstag
gehörte ein Konzert im Pavillon der Pfarreiwirtschaft St. Martin. Dieses
Nachmittagskonzert stand oft unter einem schlechten Stern; sei es, weil
das Wetter nicht tat wie es sollte, oder weil zuweilen Musikanten nicht
mehr so taten, wie sie sollten. Daher versuchte man 1968 das Konzert zu
verschieben - wohl nur der erste Schritt zur Abschaffung -, was aber nicht
angenommen wurde. Nicht nur Musikanten forderten diesen Auftritt fallen
zu lassen:
Es steht geschrieben:
"Der Dirigent macht einige Bemerkungen betr. Verhalten am Herrgottstag.
Insbesondere wird der Alkoholkonsum aufs Korn genommen."
Vorstand 10. Jan 1969
Ca. 10 Jahre nach diesem Eintrag kam das endgültige Aus dieses Konzertes,
doch der damalige Präsident liess sich nicht so leicht unterkriegen
und forderte: "Als Ersatz für das jahrzehntelange Spiel am Nachmittag
muss etwas anderes gefunden werden". Doch ist dies ein frommer Wunsch
geblieben.
Bundesfeier
Ebenso "beliebt" wie Fronleichnam ist der Auftritt am 1. August. Dies
führte schon früh zu Niederschlag im Protokoll: Versammlung
27. Oktober 1931, wegen mangelnder Disziplin am 1. August, seien danach
Gerüchte zum Schaden der Musikgesellschaft im Umlauf gewesen. Doch
war dies nicht die erste Bundesfeier, wo die Musik auftrat, bereits 1919
war sie an der Bundesfeier, die auch noch Friedensfeier war, beteiligt
und Johann Passer hielt die Ansprache.
Nebenbei bemerkt, der Nationalfeiertag wurde in der Schweiz 1891 erstmals
begangen und erst 1899 vom Bundesrat als patriotische Feier beschlossen.
Mit der Gestaltung des Anlasses wurden die Gemeinden beauftragt. Ob das
gemeinsame Ursprungsdatum wohl dazu führte, dass der Verein fast
ausnahmslos an jede Bundesfeier vertreten war?
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