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Reisen
und Ausflüge
Um das gesellschaftliche Leben zu pflegen, ergriff man immer wieder die
Gelegenheit Ausflüge zu machen. Bot das Reiseziel oder der Ausflug
es an, auch dem Vereinszweck des Musizierens zu frönen, so liess
man sich nicht bitten. An erster Stelle gehört es sich, die Reisen
nach Holland etwas näher zu betrachten. Aber auch die Romreise
1996 war ein prägendes Erlebnis.
Schinveld
Als Michel Ayer Dirigent geworden war, konnte er durch seinen Freund
Jan Rademaker die Beziehung zur Fanfare St. Lambertus in Schinveld vermitteln.
Rademaker war 1934 in Holland geboren worden und studierte an der Universität
Freiburg, seit 1957 vorerst an der philosophischen, darauf an der theologischen
Fakultät. Er wohnte bei den Franziskanern und schloss mit dem Lizentiat
in Theologie 1959 das Studium in der Schweiz ab. Bereits 1957 reiste die
Musikgesellschaft Tafers erstmals nach Schinveld, um an der 50-Jahrfeier
der Fanfare teilzunehmen. Zusätzlich zur Musikantenfamilie kamen
Fahnenschwinger, Alphornbläser, Jodler und selbst ein "Handörgeler"
mit auf die Reise. Die Musikantenfrauen sollten ein kleine Trachtengruppe
bilden!
Zwei Jahre später, 1995, trafen die Holländer erstmals in Tafers
ein, wo sie grossartige Konzerte gaben. Im untenstehenden Bericht aus
den Freiburger Nachrichten kann der Begeisterung der damaligen Zuhörer
nachgefühlt werden.
Holländer-Musikfest
in Tafers
Das Holländer-Musikfest
in Tafers führte dank der gemeinschaftlichen Kraft der ganzen Bevölkerung
von Tafers und seinem ausgezeichneten Komitee zu einem vollen Erfolg.
Die Blechmusik «St. Lambertus» von Schinveld, Holland, unter
H. Schlangen, bewältigte das ganze Programm des Abends. Wie nicht
anders zu erwarten war, erfuhren die gespielten Werke mustergültige
Wiedergabe, die der Strenge der Linienführung und der Diktion ebenso
entschieden Rechnung trugen, wie der ausserordentlichen Feinheit der
rhythmischen Struktur und der Zartheit mancher melodischen Wendungen.
Vor zwei Jaren war die Musikgesellschaft Tafers Gast der Stadtmusik
in Schinveld gewesen, die nunmehr zu einem Gegenbesuch in Tafers weilte.
Der Festpräsident, Herr Peter Burri, führte in seiner Begrüßungsansprache
aus, dass sich Tafers freue, seine Gäste beherbergen zu dürfen.
Eine schöne Geste, die im Chaos unserer Zeit sehr erfreulich ist.
Die 38 Mann starke Musik eröffnete in der festlich geschmückten
Festhalle den Abend mit unserer Landeshymne, worauf zu Ehren der Musikgesellschaft
Tafers der «Huldigungsmarsch» von Grieg folgte. Der «Marsch
der Trompeter» von Ney war in seiner Art ein voller Genuss. Die
Tambouren-Gruppe in flotter Uniform und dem schneidigen Tambour-Major
führten zur Unterstützung der Forte in einem sauberen Rhythmus
und grosser Gestaltungskraft zu einer vollen Wirkung.
Die Ouvertüre «Egmont» von Beethoven ist fraglos ein
bedeutendes Werk. Die düstere grossartige Einleitung malt die Not
der Niederländer, die unter der Faust des Unterdrückers Alba
seufzen. Im leidenschaftlichen Allegro zuckt nun der Freiheitsgedanke
auf. Der Kampf wogt hin und her. Aber unaufhaltsam wächst die Kraft,
die die Herzen aller zusammenzwingt zu dem einen Ziel, den Unterdrücker
abzuschütteln. Wilder Aufruhr brandet gegen seine Gewalt an und
fegt ihn endlich beiseite. Die Freiheit ist erkämpft. Mit hellem
Jubel feiert das Schluss-Allegro den errungenen Sieg.
Die schönen
Melodien aus Csardas-Fürstin, sowie der Melodienstrauss von Offenbach
hatten vollen Erfolg. In den Melodien aus Troubadour waren die Trompeter
und Hörner ein Hochgenuss. Im gleichen Sinn erklang ein Csardas
aus dem «Geist der Woiwoden», Durchwegs bewunderte man den
makellosen Timbre, anderseits ein schönes Piano, das sich bis zum
strahlenden Forte steigerte.
Zum Abschluss hörten wir einen originellen Zapfenstreich aus Holland
mit Tambouren, in welchem der Choral: «Ich bete an die Macht der
Liebe» und «Nun danket alle Gott», sich weihevoll
einfügten.
Es folgten weitere Besuche und Gegenbesuche in den Jahren 1965, 1967,
1971, 1974 und 1978.
Neben grossen Reisen, wo Ziele wie Ballenberg, Saut du Doubs, Sion protokolliert
sind, gab es auch Abstecher nach Murten oder zum Schwarzsee. Auch diese
dienten der Pflege der Kameradschaft.
Ein Ausflug war durch ein tragisches Ereignis überschattet:
Es steht geschrieben:
"Unser ursprüngliches Ziel war die Seeweidhütte, die
jedoch am Tag vorher abbrannte. Sicher können wir von glück
reden, dass dies nicht erst am Sonntag passierte, ansonst unsere Freude
leicht durch unangenehme Nachwirkungen hätte getrübt werden
können. durch die zuvorkommende Vermittlung von Freund Josef Schmutz
konnte in die Pürrena-Hütte umorganisiert werden. Resultat:
ein voller Erfolg bei sehr guter Kameradschaft und herrlichstem Herbstwetter."
Präsidentenbericht für 1972
Romreise
Der Höhepunkt im Jahr 1996 war die Rom-/ Vatikanreise anfangs Mai.
Als erstes durften die Musikanten und die Begleitpersonen als Zaungast
der Vereidigung der Schweizergardisten teilnehmen. Unter den neuen Gardisten
wurde auch Pascal Spicher, ein Tafersner, vereidigt. Das ganze Zeremoniell
war sehr beeindruckend. Weiter auf dem offiziellen Programm stand das
Galakonzert im St. Anna Hof vor Ehrengästen, Familienangehörigen
der Schweizergardigten und Begleitpersonen der Musikgesellschaft. Zum
Dank überreichte Oberst Buchs der Musikgeseltschaft die "Medaglia
Pontificia".
Am Mittwoch erwartete uns der Papst an der wöchentlichen Audienz.
Mit dem Marsch "Laridah" zog die Musikgesellschaft in der Landsknecht
der Schweizergardisten über den Petersplatz, umsäumt von ca.
35'000 Zuschauern. Neben der Begrüssung von vielen Pilgern, bedankte
sich der Papst persönlich bei den Familienangehörigen der Schweizergardisten
sowie dem offiziellen Musikkorps der "Stadtmusik Tafers". Zwischen den
offziellen Auftritten verblieb den Musikanten genügend Zeit, sich
in der charmanten Ewigen Stadt umzusehen. Auf dem Heimweg verweilte die
MGT noch eine Nacht im schönen Florenz.
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