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Das Blasorchester


Wenn man heute von einem Blasorchester spricht, denkt man an einen bestimmten Besetzungstypen, welcher einen ausgewogenen Chorklang ermöglicht.
Ein optimaler Klangkörper könnte etwa wie folgt aussehen: 1 Piccolo, 4 Querflöten, 2 Oboen (davon wenn nötig 1 Englischhorn), 2 Fagotte, 1 Es-Klarinette, 16 Klarinetten, 1 Alt-Klarinette, 1 Bass-Klarinette, 2 Alt-Saxophone, 2 Tenor-Saxophone, 1 Bariton Saxophon, 9 Trompeten, 4 Waldhörner, 4 Posaunen, 2 Baritone, 2-3 Tubas, 1 Kontrabass (Bassgeige), 5 Percussionisten (Schlagzeug).

Auffallend ist beim Blasorchester die grosse Anzahl der Holzblasinstrumente, insbesondere der Klarinetten. Dafür werden deutlich weniger Tubas, Baritone und Trompeten besetzt. Auf die Verdoppelung des Klarinettenregisters durch Cornets oder Flügelhörner verzichtet man.
Das grosse Klarinettenregister sowie die tiefen Holzblasinstrumente wie Bariton-Saxophon, Alt- und Bassklarinette (zuweilen sogar die Kontrabassklarinette) und der Kontrabass verleihen dem Blasorchester einen angenehmen, warmen Klang.
Die Reduktion bei den Tubas ist auf den Konzertsaal abgestimmt und vermeidet durch den obertonreichen Klang des Instrumentes ein Zudecken der hohen Register. Dasselbe passiert bei einer Ueberbesetzung des Saxophonregisters, da diese Instrumentengruppe zu den obertonreichsten Instrumenten gehört.

Diese Form des Blasorchesters erreicht eine Vielfalt von Klangfarben, welche nur noch durch das Sinfonieorchester übertroffen werden kann. Deshalb spricht man auch häufig von einem "sinfonischen" Blasorchester. Die Literatur für das Blasorchester ist eher vielfältiger als für das Orchester. Neben der traditionellen Blasmusikliteratur (Märsche, Polkas, etc.) ist man heute in der glücklichen Lage, über eine grosse Anzahl guter Originalkompositionen für Blasorchester sowie über Transkriptionen von Werken klassischer Musik, zu verfügen.
Einflüsse aus der Jazz- und- Popmusik sind vor allem bei der Unterhaltungsmusik auszumachen. Es gibt aber auch eine Menge schlechter Literatur, welche von einem stark kommerziellen Denken beeinflusst ist. Dies macht eine gute Programmwahl, welche auch einem künstlerischen Anspruch gerecht werden sollte, nicht einfacher.

 

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