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Mit Pfarrer Joseph Mazzoni kam 1899 eine neue, unverbrauchte Kraft, die nach nur einem halben Jahr des Wirkens in Tafers zur Gründung eines Jünglingsvereins schritt. Schon in den ersten Versammlungen kam dabei die Idee auf, die Jünglinge anzufragen, ob sie bereit wären, Blasinstrumente zu erlernen. Im Januar wurde dann regelmässig am Mittwoch 7 Uhr 30 unter der Leitung von Organist Riedo geprobt. Anfangs 1900 wurde der Bau des Vereinshauses beschlossen und somit kam die neu gegründete Musik Tafers am 7. Oktober 1900 zu ihrem ersten grösseren öffentlichen Auftritt. In der Folge gibt es wohl kaum einen kirchlichen oder weltlichen Anlass, wo dieser neue Verein nicht zu hören gewesen wäre. Die zweite Etappe Als wichtige Etappen der Gründungsphase sind die Fahnenweihe des Jünglingsvereins von 1901 und die Beschaffung der Instrumente zu nennen. Die Verselbständigung der Musikgesellschaft wurde betrieben und 1905 erfolgreich abgeschlossen. Im siebten Jahr des Bestehens wurde die Frage der Uniform angepackt und aus dem Protokoll geht hervor, dass man sich auch im Elsass nach einheitlicher Kleidung umgesehen hatte, was auf den noch vorhandenen Einfluss des Pfarrers Mazzoni hinweist. So konnte am 31. Mai 1905 in Uniform das Bezirksmusikfest in Düdingen besucht werden. 1911 erfolgte der erste Besuch des kantonalen Musikfestes in Murten und der Verein gab sich erste Statuten. Die Krise 1913 Doch das Jahr 1913, protokolliert als "der schwarze Fleck von 1913" brachte eine grosse Krise, deren Auslöser Pfarrer Mazzoni selber war. Pfarrei und Gemeinde spalteten sich wie die Musik in Gegner und Anhänger des Pfarrers. Beim Höhepunkt der Krise wurde gefordert, dass die bestehende Gesellschaft aufgelöst werde, um darauf sofort eine neue zu gründen, welcher unter keinen Umständen der Dirigent Riedo vorstehen dürfe. Nach dem Weggang des Pfarrers kehrte längere Zeit keine Ruhe ein, weil er erst Anspruch auf die Instrumente machte und später die Eigentumsverhältnisse des Vereinshauses in Frage stellte. Wegen dieser Krise wurde nicht am kantonalen Musikfest 1914 in Estavayer teilgenommen. Die Mobilmachung von 1914 verhinderte eine weitere Normalisierung des Vereinslebens und kurz nach Kriegsende kamen erneute Probleme dazu, da die Kasse offenbar nicht ordentlich geführt worden war. Es geht wieder aufwärts Die Wahl des neuen Dirigenten von 1919 und die erfolgreiche Teilnahme am kantonalen Musikfest von Düdingen 1921 festigten den Zusammenhalt. Als krönender Abschluss der überwundenen Krise wurde am 10. Juli eine neue Fahne geweiht, die erste, die nur der Musikgesellschaft diente. Um die Finanzen des Vereins einigermassen im Lot zu halten wurden pro Monat und Mitglied 50 Rappen eingezogen. s Josef Mazzoni, Pfarrer 14.04.1870 Brunstatt (Elsass) - 14.07.1947 Dannemarie (Elsass) Er wurde geboren als Sohn einer elsässischen Mutter und eines aus Buseno (GR) stammenden schweizerischen Vaters. Nach dem Besuch des kleinen Seminars in Zillisheim wurde ihm nach dem Studium in Frankreich der Eintritt in das Priesterseminar Strassburg verwehrt, weil dieses inzwischen - als Folge des deutsch-französischen Krieges 1870/71 - deutsch geworden war. So begab er sich in die Schweiz und wurde nach der Priesterweihe vorerst Vikar in Neuenburg und trat am 10. März 1899 als Nachfolger des Pfarrers Adolphe Badoud die Stelle in Tafers an. Doch der strebsame junge Geistliche hatte nicht nur Freunde, bereits 1901 schrieb der Kaplan Bächler an seinen Bischof: "Depuis que M. le curÈ ne me demande plus de service et depuis qu'il ne deserre plus les dents je remplis les fonctions de chapelain et lui celles de curÈ." Schliesslich kam es wegen einer Geldsache zu Auseinandersetzungen mit dem Pfarreirat, wozu noch Beschwerden des Kapitels von St. Nikolaus kamen. Wären diese weltlichen Angelegenheiten vielleicht noch zu regeln gewesen, führten seine Verfehlungen gegen das Gebot der Enthaltsamkeit zur Entlassung auf den Jahreswechsel 1912/13. Eine mit 607 Unterschriften versehene Petition wurde vom Bischof abgelehnt, da "weder finanzielle noch politische Gründe für die Absetzung massgeblich" gewesen seien. Wie dargestellt, blieb auch die Musikgesellschaft davon nicht unberührt. Das weitere Leben Mazzonis glich dem eines Vagabunden. Er kehrte ins Elsass zurück, war 1914-17 Hilfsvikar in Sierentz, dann vier Jahre Pfarrer in Wangenburg und ab 1920 Pfarrer in Mansbach, wo er nach sechs Wochen der "Beihilfe zum Mordversuch" verdächtigt wurde, was entsprechenden Wirbel verursachte. Er wurde schliesslich freigesprochen, jedoch des Landes verwiesen. Mazzoni kehrte in die Schweiz zurück, vagabundierte herum, hielt sich in Luzern und Einsiedeln auf und fragte vergeblich um eine Anstellung im Bistum Chur. Als ihn Frankreich am 17. Juli 1934 rehabilitierte, kehrte er ins Elsass zurück und wohnte in Dannemarie bei seiner Schwester Emilie, wo er schliesslich verarmt und schwer krank starb. Es steht geschrieben (Ausflug noch Neuenburg): Nachmittags war die Schiffahrt nach La Sauge. Der Regen hatte aufgehört aber der Wind trieb noch immer starke Wellen, deshalb ist es kein Wunder, wenn auch Fälle von Seekrankheit eintraten. Zum Qlück war auch der Herr Doktor und ein Apothekerlehling auf dem Schiffe, so das die Krankheit nicht tötlich war. Das Rezept war einfach. "ein Gläschen altes Kirschwasser". Das merke sich jeder Seereisende. Freiburger Nachrichten 29. Juni 1907 |